Die Historie bis 2020

Der Anfang des Wohnprojektes

Der Anfang des Wohnprojektes – mein persönliches Anliegen
- von Bernd Kaufmann -

Dr. Bernd KAufmann

Lange trug ich die Gedanken mit mir meinen Traum ins Leben zu bringen, gemeinschaftlich eine Lebensgemeinschaft zu bilden. Ich suchte vielfältig nach Gemeinschaftsprojekten - leider erfolglos. Zur Zeit wohne ich alleine in einem kleinen Häuschen, in dem vorher eine fünfköpfige Familie gewohnt hat - das fühlt sich falsch an. Außerdem missfällt mir der geringe Gemeinschaftsgeist in unserer Gesellschaft - jeder für sich, mit allem Drum und Dran, alle Gartengeräte und mit aller Mühe. So stelle ich im Folgenden eine Chronologie der Entstehungsgeschichte des Krähennestes in Kürze zusammen:

2020

Im Jahre 2020 kam es zum Eklat mit der Verwaltung, die in den vorherigen Jahren kaum auf uns reagierte. Nach einem offenen Brief an den Oberbürgermeister wurden wir zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Und tatsächlich, ab diesem Zeitpunkt lief es wie geschmiert. Wir erlebten in Herrn Walter und Herrn Stratmann engagierte Verwaltungsfachleute, die mit uns den Weg durch die Verwaltungsmühle gingen.

Leider brachte uns Corona zu einer nächsten Hürde, die uns sehr zusetzte. So kam es zu einem Neuaufbruch, der die aktive Gestaltung der Bauleitplanung zur Folge hatte, und ein hohes persönliches Invest bedurfte. Ab Oktober 2020 wurde  uns noch eine städtische Kita an die Seite gestellt.

2014-2019

Wir erlebten bis 2019 ein stetiges Kommen und Gehen. Im November 2019 blieb allein eine kleine Gruppe übrig, die an der Idee der Wohn- und Lebensgemeinschaft festhalten möchte.

In den Jahren davor war eine Kerngruppe emsig dabei, einen Standort ausfindig zu machen, Kontakte zu Stadt und anderen Projekten zu knüpfen. Wir erkannten, dass wir professionelle Hilfe brauchten. Wolfgang Kiehle unterstützte uns fachlich. So begutachteten wir mehrere Standorte, und die Vorschläge der Stadt wurden abgewogen.

Am 14.2.14 fand die Hauptversammlung des Zukunftsforums Krefeld statt. Dort stellten wir das Projekt vor und es gab mehrere Anfragen und Interessenten.

Am 26.2.2014 kam eine Mail von Katja Leendertz, die uns die Wiese am Luiter Weg anbot. Leider Landschaftsschutzgebiet, dennoch befand sich gegenüber Land, das wir bei der Stadt anfragten. Leider stellte sich heraus, dass das Gebiet dem Landschaftsverband gehörte. Ab hier erlebten wir, wie Bürokratie sich langsam über Jahre dreht bis etwas umgesetzt werden kann.

Im Oktober 2014 folgte ein Grundlagenworkshop mit unseren Architekten, die uns auch als Moderatoren begleiteten. Ziele, Wünsche, Ideen wurden zusammengetragen und fachlich begleitet. Der Zusammenklang zwischen Arbeit und Gemeinschaftssinn zeigte schon, wozu ich mich für dieses Projekt engagieren.

Der Verein selbst durfte das Haus nicht bauen. So entscheiden wir uns für die Bildung einer Genossenschaft (alle Genoss*innen haben eine Stimme und die Stadt wie Banken erkennen diese Rechtsform an).

Nach langem Ringen entstand der Name: „Niepkuhler Krähennest“. Wir wollten das Grundstück, denn es liegt in den Niepkuhlen, dem alten Rheinarm. Die Krähen sollen halt Krähfelder / Krefelder (Krefeld, da wo die Krähen auf dem Feld sind) sein und sich dort ihr Nest bauen.

Die Gründung der Genossenschaft ist am 11.11.2014.

In den folgenden Jahren kam es zu intensiven Gesprächen und konkreten Überlegungen, wie eine neue Gemeinschaft aussehen soll. Themen wie „gewaltfreie Kommunikation“, „Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck“ wurden geübt und ausprobiert. Das war nicht einfach, nicht alle waren damit so glücklich.

Hinderlich stellte sich auch der Verkauf des Grundstücks an die Stadt heraus. Es dauerte so unendlich lange und zehrte an der Geduld und an allen Kräften.

2013

Im Frühjahr 2013 lernten wir Bodo und Birgit kennen, die ein Architekturbüro Alte Windkunst betreiben und schon mehrere Projekte unserer Colour realisiert hatten. Neben ihrem Fachwissen über Gemeinschaftskultur und ökologischem Bauen wurden wir schnell auch persönlich vertraut miteinander.

Da wir als Einzelpersonen nicht viel ausrichten können, überlegten wir uns die Gründung eines Vereins, der das Wohnprojekt vorantreiben soll. Was wurden Mails hin und her geschrieben, um die Satzung zu erstellen, Formalitäten mussten bedacht werden. In der Gründungssitzung wurde dann auch der Name geboren: „Nachhaltiges Wohnen in Krefeld e.V.“ - alle waren wir in froher Stimmung, als wir Pfingsten 2013 den Verein gründeten. Mit Sekt wird dieser Akt begossen.

Es folgte ein Kennenlernkaffee auf der Velbelstraße mit 31 Erwachsenen und 5 Kindern. Im März 2013 besuchten wir Qbus in Düsseldorf. Ein Freund engagierte sich in einem fertigen Gemeinschaftsprojekt und vermittelte uns Tipps und Tricks zur Entwicklung unseres Projekts.

2012

Die erste Bekanntmachung erfolgte über das Zukunftsforum, in deren Hauptversammlung am 22.6.2012 die Presse anwesend war und berichtete. Wir nahmen Kontakt zu Frau Schlangen auf, die von der Stadt aus, neue Wohnformen fördert.

Im Oktober 2012 entschlossen wir uns, ein Wochenende zusammen zu verbringen. Neben inhaltlicher Arbeit (Ideen bündeln, Gruppenarbeit, Ziele entwickeln) erlebten wir zum ersten Mal die Gemeinschaft am Tisch, beim Spielen, beim Klönen, beim Spazierengehen. Es war unglaublich schön. Am Lagerfeuer abends wurden Gitarren herausgeholt. Wir merkten, dass wir kaum Lieder auswendig konnten, aber das war egal. Wir saßen zusammen und freuten uns. Wir hatten ein Naturfreundehaus in Meinerzhagen gemietet, und lange wird mir der Spirit von Meinerzhagen begleiten.

2011

Zu einer Veranstaltung über gemeinschaftliches Wohnen in der Stadt im Dezember 2011 kamen erste Suchende zusammen. Wir trafen uns und stellten uns vor, wie schön es wäre, in ein paar Jahren zusammen zu wohnen.